Die Blasewitzer Schiffswerft

Die Geschichte des Schiffbaues in Blasewitz

Friedrich August der II. von Sachsen ermöglichte durch sein Privileg von 1837 die Aufnahme der Personenschifffahrt auf der oberen Elbe. Die im gleichen Jahr gegründete Dampfschifffahrtsgesellschaft verfügte 1911 bereits über 33 Schiffe und befuhr die Strecke zwischen Riesa und Leitmeritz (Litomerice) in Böhmen. Die Gesellschaft erwarb bereits 1855 das Naumannsche Stadtgut in Blasewitz und errichtete eine Reparaturwerkstatt zur Unterhaltung ihrer Schiffe. Nachfolgend entstanden hier die bekannten Raddampfer Friedrich August und König Johann, sie wurden aber auf anderen Werften weitgehend vormontiert. Später entstanden in der Blasewitzer Werft auch komplette Neubauten, welche in allen Bereichen der Gesellschaft zum Einsatz kamen. Davon sind sogar heute noch einige im Einsatz: Die Stadt Wehlen, die Pillnitz, die Diesbar, die Meißen und der Kurort Rathen gehören dazu. Hier zeigt sich die Langlebigkeit und die Qualität, mit der damals gearbeitet wurde.

Die Personendampfschifffahrt auf der Oberelbe begann mit dem Privileg zur Gründung einer Dampfschifffahrtgesellschaft im Königreich Sachsen durch König Friedrich August II. von Sachsen. Daraufhin wurde im Jahr 1837 die Sächsisch Böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft gegründet. Im Jahr 1911 besaß diese Gesellschaft 33 Dampfschiffe. Zur Reparatur und Winterlager für diese Schiffe erwarb die Sächsisch Böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft das Stadtgut Blasewitz, da der bisherige Werftplatz in Krippen zu weit ab lag. Insgesamt wurden 43 Schiffe in Blasewitz gebaut. Das Jubiläumsschiff „KÖNIGIN CAROLA“ wurde 1886 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der damaligen Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft äußerst feierlich in Dienst gestellt und fährt heute noch als Dampfer „PILLNITZ“ an seiner ehemaligen Geburtsstätte vorbei. Den Dampfer „BLASEWITZ“ gab es in dieser Zeit insgesamt dreimal, einer existiert heute noch als Museumsschiff „KAISER FRIEDRICH“ in Lauenburg; einer ist 1946 in Russland verschwunden.
Aufgrund der räumlichen Enge und der enorm gestiegenen Grundstückspreise in der Nähe des Schillerplatzes wurde die Werft 1898 nach Laubegast verlegt. Dort wurde sie bis zur Insolvenz 2011 weiter betrieben. Mittlerweile (2013) hat sich aber ein Investor gefunden, welcher die Werft weiter betreiben und das dazugehörige Grundstück umfangreicher nutzen will.  Wer die Begriffe "August Kotzsch Schiffswerft" suchen lässt, erhält historische Aufnahmen bei der Deutschen Fotothek. Eine Erinnerungstafel gibt es noch nicht, hier sind Sponsoren gefragt. Interessierte melden sich bitte beim Verein Brückenschlag Blaues Wunder e.V., Kontakt über Herrn Kreuzer Hüblerplatz 1 in 01309 Dresden, Tel. 0351-315500, info (at) schillerplatz.de.

Das Jubiläumsschiff Königin Carola

Die Pillnitz hieß früher Carola, hier 2013 vor dem ehemaligen Werftgelände

Der Personendampfer Prinz Friedrich August 1895 beim Stapellauf

Das in Russland verschwundene 3 auf Blasewitz getaufte Schiff

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Informationen zu dieser Seite kamen von Frank Müller

JGL 21.11.2013