Historische Ansichten aus Blasewitz

Der Gasthof zu Blasewitz entwickelte sich aus einem Jagdhaus für den Hegereiter des ausgedehnten, mit Kiefernwald bestandenen Gebietes um Blasewitz. Unter Kurfürstin Magdalena Sybilla, Gemahlin Johann Georgs II., die 1670 das Gut gekauft hatte, entstand hier eine Schänke. Sie wurde 1683 erstmals als ,Kurfürstliche Schänke' erwähnt. Das langgestreckte Gebäude mit großer Toreinfahrt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und als Gaststätte ,Der Schimmel' genannt, erfuhr in der Zeit des Besitzers Karl Matthie' die Erweiterung um ein ,Sommerschänkhaus' an der Elbe - dem späteren Schillergarten. Zahlreiche Umbauten veränderten das barocke Gebäude. Einen Tanzsaal gab es im oberen Stockwerk und die Gastwirtschaft war Treffpunkt des Blasewitzer Vereinslebens.

Gasthof zu Blasewitz

Gasthof zu Blasewitz

Der Schillergarten richtete am 16. September 1885, aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Besuches von Friedrich Schiller in Loschwitz, die große Schillerjubiläumsfeier aus. Das Fest begann am Nachmittag mit harmonischem Geläute, Böllerschüssen und Musikaufführungen der Gärtnerschen Kapelle. Danach wurde mit einer festlich geschmückten Flotte die erste Überfahrt des Dichters von Loschwitz nach Blasewitz nachgespielt, wobei der herzogliche Hofschauspieler 0. Hartmann den Schiller verkörperte. In Blasewitz angekommen, empfingen Kapellmeister Naumann und Auguste Segedin den Dichter und es folgte ein Theaterspiel ,Die Gustel von Blasewitz' von S. Schlesinger. Am Abend, als sich der Schillergarten ,in geschmackvoller Beleuchtung von unzähligen bunten Laternen' präsentierte, gab es eine Lichtbildervorführung zu Schillers Dramen vom Optiker H.R. Kändler, und der Verein Dresdner Presse stellte lebende Bilder nach Schülers Stücken dar. Zwei Feuerwerke in Loschwitz und Blasewitz beendeten das Fest.

Im Schillergarten um 1895

Im Schillergarten um 1895

 

Das Restaurant , Goethegarten und eine Stehbierhalle erstreckten sich über das Erdgeschoß eines großen Gebäudekomplexes am Schillerplatz. Darüber; im ersten Stockwerk, betrieb Emil Ehrler ein Hotel. Ehrler hatte die Grundstücke von Frau Ottilie Wolff, der Witwe des vorigen Gastwirtes David Wilhelm Wolff, gekauft und 1894/95 von der Architektengemeinschaft Ernst Sommerschuh und Gustav Rumpel die Stadthäuser errichten lassen. Die Ursprünge der Gastwirtschaft gehen auf den ,Kommunschank' zurück, eine kleine Wirtschaft, die der Besitzer Gotthelf Ernst Hempel 1863 an Rinaldo Donath verkaufte. Dessen Nachfolger Wilhelm Heinemann baute die Schänke zu einem noblen Restaurant aus und führte den Namen ,Restaurant Heinemann' ein. Im Jahr 1881 übernahm es David Wilhelm Wolff und nannte es ,Goethegarten'.

Schillerplatz um 1900

Schillerplatz um 1900

Der Konditorei ,Toskana' brauche sich keine Großstadt zu schämen, lobte Otto Gruner in seiner Blasewitz-Chronik das neu entstandene Cafe. Friedrich Louis Köhler kaufte 1897 das soeben fertiggestellte Eckhaus der städtischen Häuserzeile am Schillerplatz und richtete darin einen Kaffeeausschank und eine Kaffeerösterei ein. Konditormeister Hugo Zimmermann übernahm 1906 das Geschäft, erweiterte es um eine Backstube und benannte sein Cafe etwas provokativ nach der Kronprinzessin Luise von Toskana, die im Dezember 1902 den sächsischen Hof verlassen hatte.

Im Wintergarten der Konditerei Toskana

Im Wintergarten der Konditerei Toskana

 

Gedünsteter Zander in Sardellensauce, Huhn a la Marengo, frischer Stangen-spargel mit Pökelzunge, junge Gans und Dammwildkeule standen auf der Speisekarte des Wirtes Bruno Trobisch, der das Hotel ,Bellevue' in der Nähe des Schillergartens um 1900 betrieb. Es war mit einem großen Tanzsaal, in dem Frühschoppenkonzerte veranstaltet wurden, mit Gesellschaftszimmern, Gasträumen und einer großen Terrasse am Elbweg das vornehmste Etablissement von Blasewitz. Vor dem Bau des Hotels nahm eine Ziegelei dieses Grundstück ein, deren Schornstein 1884 gesprengt wurde, und 1890 ließ der Besitzer Oldenhoff die restlichen Gebäude abreißen. Das Hotelgebäude errichtete 1890 der Architekt Pusch.

ehemaliges Hotel Bellevue

ehemaliges Hotel Bellevue

 

In dem Grundstück hinter dem Bootshaus des Dresdner Rudervereins ließ Ferdinand Avenanus 1910/11 eine Villa mit einem Park, in dem Skulpturen aufgestellt waren, bauen. Avenarius wurde 1856 in Berlin geboren, besuchte ab 1871 in Dresden das Gymnasium und studierte in Leipzig und Zürich Philosophie, Literatur- und Kunstgeschichte. Neben dem eigenen literarischen Werk übte Avenarius durch die Gründung der Zeitschrift ,Der Kunstwart' am 1. Oktober 1887 und durch den 1902 gebildeten ,Dürerbund' bedeutenden Einfluß auf das Geistesleben in Deutschland aus. In den Anfangsjahren gingen vom Kunstwart wichtige Anregungen für eine Reformierung der Kunstauffassungen im Sinne des Realismus und einer Abkehr von den historisierenden Stilwiederholungen aus. Der Dürerbund verbreitete Gedanken des Heimat- und Naturschutzes und setzte sich für eine ästhetische Erziehung des Volkes ein.

Blick über Blasewitz Richtung Dresden um 1900

Blick über Blasewitz Richtung Dresden um 1900

Der ,Dresdner Ruder-Verein' verlegte 1898 sein Bootshaus aus der Stadt an das Elbufer von Blasewitz. Dafür ließ er im gleichen Jahr ein großes Bootshaus mit Gesellschaftsräumen von dem Architekten R. Schleinitz erbauen. Die alljährlichen Vereinsfeiern waren auch mit der Taufe neuer Boote verbunden. So wurden im Mai 1925 durch den ersten Vorsitzenden D. Hoffmann sieben Boote getauft und mit weiteren vierzig Booten beging man das ,Anrudern' der Saison.

Haus des Rudervereins 1898

Haus des Rudervereins 1898

In Blasewitz gab es zwei Kindergärten, in denen die Kinder nach den pädagogischen Prinzipien von Friedrich Fröbel erzogen wurden. Frau Frieda Laux, eine Schülerin Fröbels, übernahm 1876 den Privatkindergarten des Leiterschen Institutes und führte ihn als selbständiges Unternehmen. Seit 1897 betrieb Fräulein Anna Streubel einen eigenen Kindergarten in der Thielaustraße. Einer Annonce zufolge, kostete die Betreuung der Kinder, die mit dem dritten Lebensjahr einsetzte, acht Mark monatlich. Desweiteren wurden junge Mädchen aufgefordert, sich in der ,Kindergärtnerei' ausbilden zu lassen. Friedrich Fröbel hatte seine Lehre von einer inhaltsreichen Vorschulerziehung bereits 1839 auf einer Vortragsreise und im Oktober 1848 in einem Kurs für angehende Kindergärtnerinnen in Dresden verbreitet.

Kindergarten Thielaustraße

Kindergarten Thielaustraße

Am 23.Oktober l902, dem 101. Todestag Naumanns, fand die Enthüllung der Gedenktafel für den Hofkapellmeister Johann Gottlieb Naumann am Rathaus statt. In einem architektonischen Rahmen, den Kurt Diestel entwarf, schuf der Bildhauer Hermann Bruno Fischer ein Reliefporträt.

Johann Gottlieb Naumann wurde am 17. April1741 als Sohn eines Blasewitzer Häuslers, der zeitweise in einer Blasewitzer Kapelle mitwirkte, geboren. Seine Mutter betrieb an der jetzigen Loschwitzer Straße einen kleinen Kaffeeausschank. Im benachbarten Loschwitz erhielt Naumann erste musikalische Ausbildung im Klavier- und Orgelspiel, die er an der Kreuzschule in Dresden fortsetzte. Im Jahr 1776 zum Hofkapellmeister ernannt, kehrte er nach Blasewitz zurück und ließ sich ein großes Landhaus neben seinem Geburtshaus errichten.

Rathaus von Blasewitz

Rathaus von Blasewitz

Die Grundsteinlegung für den Bau der Heilig-Geist-Kirche in Blasewitz begann am 12. Oktober 1891 mit einem Festzug vom Gemeindeamt zum Bauplatz. Um aus der Abhängigkeit von der Dresdner Kreuzkirche zu gelangen, hatten die Blasewitzer 1878 einen Kirchenbaufonds eingerichtet und am 1. Oktober 1887 waren Blasewitz und Neugruna zu selbständigen Parochie mit eigener Pfarrstelle erhoben worden. Einen beschränkten Wettbewerb für den Kirchenbau gewann Karl Emil Scherz. Die Kirche konnte nach nur zwei Jahren Bauzeit am 15. Oktober 1893 von Superintendent Benz geweiht werden. Eine umfangreiche Geldspende von Oskar Richter ermöglichte die Finanzierung zweier Glasgemälde und des Altares mit einem Relief des Bildhauers Oscar Rassau.

Heilig-Geist-Kirche

Heilig-Geist-Kirche

Als die Kapazität der kleinen, erst fünfundzwanzig Jahre alten Dorfschule infolge der schnell steigenden Einwohnerzahl (2 600 Einwohner um 1876) nicht mehr ausreichte, beschlossen der Gemeinderat und die Schulinspektion Dresden-Land den Neubau einer Schule an der heutigen Wägnerstraße / Ecke Kretschmerstraße. Der Bau entstand 1875/76 nach den Entwürfen des Wettbewerbssiegers Paul Weidner unter der Bauleitung von Friedrich August Hartmann. In acht Klassenzimmern fand der Unterricht in Religions- und Sittenlehre, Deutscher Sprache und Mathematik, Geschichte, Naturkunde, Gesang, Zeichnen, Turnen und für Mädchen in Handarbeiten statt, wofür eigens eine Lehrerin angestellt wurde. In der benachbarten Turnhalle feierte man bis zum Bau der Kirche die sonntäglichen Gottesdienste.

Schule an der Wägnerstraße

Schule an der Wägnerstraße

In Abgrenzung zur Stadt Dresden schuf sich die Gemeinde Blasewitz ein eigenes Gymnasium in der Kretschmerstraße. Die Wichtigkeit dieses Vorhabens wird durch die Anwesenheit des Königs Friedrich August III. bei der Einweihungsfeier am 30. April 1908 unterstrichen. Karl Emil Scherz, in dessen Händen der Entwurf und die nur knapp ein Jahr währende Ausführung des Baues lagen, führte einen modernen Schulbau mit kostbarer dekorativer Gestaltung im Inneren auf In der Aula in der ersten Etage gab es ein großes Wandgemälde und an den Wänden hingen Zeichnungen von Professor Ernst Erwin Oehme. Der Einzugsbereich des Gymnasiums reichte über die Ortsgrenzen hinaus auf die benachbarten Gemeinden Loschwitz, Wachwitz und Weißer Hirsch und erstreckte sich bis nach Dresden.

Gymnasium in der Kretschmerstraße

Gymnasium in der Kretschmerstraße

 

Die Post von Blasewitz zog 1891 in das Eckgebäude Justinenstraße / Berggartenstraße und erwarb das Haus 1901 als Reichseigentum. Anfangs gehörte Blasewitz mit zum Zustellbezirk der 1857 eingerichteten Loschwitzer Post, bis 1869 eine Blasewitzer Postanstalt mit eigenem Postkasten und Hilfsbeamten in der Tolkewitzer Straße 4 eingerichtet wurde. Als Stadtpostanstalt von Dresden beschäftigte die Blasewitzer Poststelle 1871 zwei Beamte und drei Unterbeamte. Diese Dienststelle erhielt 1880 die Einstufung zum Postamt II. Klasse und ab 1899, als sie zum Postamt 1.Klasse erhoben wurde, waren hier elf Beamte und siebzehn Unterbeamte tätig.

Postamt von Blasewitz

Postamt von Blasewitz

Das Waldparkhotel, Prellerstraße 16, im Stil italienischer Paläste, entstand 1869 kurze Zeit nach der Anlage des Waldparkes für Kurgäste und Pensionäre. Johann Georg Faller betrieb als erster Wirt das Kurhotel, das vierzig Zimmer und zwei Säle umfaßte. Fallers Nachfolger, der Arzt Dr. Fischer, gestaltete das Hotel zu einer renommierten Heilanstalt für Magen-, Darm-, Herz-, Diabetes-, Rheuma- und Nervenerkrankungen um und konnte promminente Patienten, wie die Erbprinzessin Leopold von Anhalt, hier empfangen.

Waldparkhotel

Waldparkhotel

 

Zu den zahlreichen Denkmälern, Brunnen und bauplastischen Arbeiten, die der Akademieprofessor und Geheime Hofrat Georg Wrba für Dresden schuf, zählt auch die Brunnenanlage am Königsheimplatz. Die Ausführung des 1922 eingeweihten Brunnens lag in den Händen des Amtsbaurates Borrmann, der Steinmetzfirma Eberlein und des Kunstgießers Zincke. Die Plastik im Zentrum der Anlage stellt Europa, die Geliebte des Zeus, dar. Als Stier verwandelt trug er sie nach Kreta und zeugte mit ihr Minos, Rhadamanthus und Sarpedon. Georg Wrba kam 1907 aus München und trat die Nachfolge Johannes Schillings an der Dresdner Akademie an. Er wohnte in Blasewitz, Gautschweg 1.

Wrba-Brunnen

Wrba-Brunnen

Bei einem Glas Böhmischen Bieres und der Lektüre der Elbgaupresse fühlten sich die Gäste von Johann Otto Wüstners Restaurant in der Tolkewitzer Straße 8 wohl. Das Lokal, auch als Restaurant ,Zum Grünen Kranz' bezeichnet, war mit zahlreichen Raritäten ausgestattet, die sowohl eine altertümliche Atmosphäre verbreiteten als auch dem Hausherrn huldigten, wie an dem Porträt über der Tür zu erkennen ist.

Wüstners Restaurant Tolkewitzer Straße 8

Wüstners Restaurant Tolkewitzer Straße 8

 

Der Apotheker Hermann Illgen kaufte im Jahr 1899 die im klassizistischen Stil 1891 von Martin Pietzsch für Leutnant Neumann errichtete Villa, Loschwitzer Straße 37. lllgen stammte aus Wurzen und hatte nach seiner Ausbildung 1880 eineApotheke in Kötzschenbroda eröffnet. In dieser Zeit entwickelte er Phosphorpillen, die als Mäusegift während einer Mäuseplage in der Provinz Baden starken Absatz fanden und den Reichtum Illgens begründeten. Als Mäzen setzte er dieses Vermögen zur Unterstützung des Schulwesens, der Altersfürsorge und, nach der Gründung der ,Geheimrat-Illgen-Stiftung' 1921, zum Bau eines Sportstadions in Dresden ein.

Illgen-Villa

Illgen-Villa

Auch als Kunstmäzen trat Hermarm Illgen hervor. Die 1921 gebildete ,Hermann-Illgen-Stiftung' finanzierte ein Kriegerdenkmal für Blasewitz und die Skulptur ,Der Verlorene Sohn' vor der Kirche. Dabei handelt es sich um eine Sandsteinreplik der 1885 ,von dem Dresdner Bildhauer Hans Rudolf Hartmann-Mac Lean geschaffenen Marmorfigur, die gegenüber dem Eingang der Illgen-Villa stand. In großzügiger Weise stiftete Illgen weiterhin ein Kriegerdenkmal für seine Geburtsstadt Wurzen und unterstützte die Umgestaltung des Wurzener Domes durch den Bildhauer Georg Wrba. Aus Anlaß des 100. Todestages von Goethe stiftete er die Goethe-Kulturhalle in Leipzig.

Kriegerdenkmal für Blasewitz und die Skulptur "Der Verlorene Sohn"

Kriegerdenkmal für Blasewitz und die Skulptur "Der Verlorene Sohn"

 

Ein von der Gemeinde für den Geheimen Regierungsrat Arthur Willibald Köngsheim gestifteter Gedenkstein wurde 1888 als erstes Denkmal im Waldpark Blasewitz aufgestellt. Professor Robert Henze schuf das Reliefbildnis.

Königsheim, der am 18. März 1816 geboren wurde, erreichte mit Hilfe des 1869 gegründeten Waldparkvereins die Zusammenlegung von 128 Grundstücken und die Bewahrung dieses Areals vor der Bebauung. Auch auf die Bauordnung der angrenzenden Straßen und Villengrundstücke übte er Einfluß aus und beförderte das Schul- und Verkehrswesen in der Gemeinde. Er starb am 17. März 1886 in Blasewitz.

Königsheim-Denkmal im Waldpark

Königsheim-Denkmal im Waldpark

Der Architekt Karl Emil Scherz verwandte Motive englischer Landschaftsarchitektur bei seinem Entwurf für die 1901/02 errichtete Villa für Ernst Schmitz-Havre, Goetheallee 18. Scherz, am 31.August 1860 in Loschwitz geboren, lernte an den Gewerbeschulen in Dresden und Zittau und studierte an der Dresdner Kunstakademie bei Lipsius und Hermann und an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Mit seiner Rückkehr nach Blasewitz 1889 entfaltete er ein reiches Schaffen für den Ort. Dazu gehören der Kirchenbau, der Bau dreier Schulen, der Rathausbau und etwa sechzig Wohnhäuser und Villen. Scherz wohnte in der heutigen Sebastian-Bach-Straße 18, wo er am 10. Oktober 1945 starb.

Scherz-Villa

Scherz-Villa

Die Villa des Rentiers Felix Schweighofer, die ab 1909 der Herzogin Marie von Mecklenburg-Strelitz gehörte, wurde 1906 an der ehemaligen Hochuferstraße (KätheKollwitz-Ufer 88) gebaut. Großartige Villen sollten auf dieser um 1875 durch Aufschüttungen angelegten Straße ein Gegenüber zu den Loschwitzer Elbschlössern darstellen.

Der bewegten, in barocken Formen gebildeten Fassade dieses Gebäudes ist eine große Terrasse mit einem Brunnen im Parterre vorgelagert. Im Jahr 1911 gestalteten hier J.P Großmann und Georg Heinsius von Mayenburg eine schöne Gartenanlage in sachlicher Formensprache.

Schweighofer-Villa

Schweighofer-Villa

Am Blasewitzer Elbufer errichtete von März bis Juni 1925 der Dresdner Ratszimmermeister Ernst Noack mit Unterstützung der Baufirmen Gebrüder Fichtner und Louis Geyer Nachfolger die Festhalle für das 1. Sächsische Sängerbundesfest. Die Halle überspannte bei einer Höhe von 24 Metern eine Grundfläche von 9240 Quadratmetern und bot auf der Bühne 12000 Sängern und auf den Sitzbänken 13000 Zuhörern Platz. Außer dem Empfang vor dem Dresdner Rathaus und dem großen Festumzug fanden in der Halle das Begrüßungskonzert, zwei Hauptaufführungen, drei Festabende, ein Kinderkonzert und das Jugend- und Schauturnen sowie die Abschußfeier statt.

Festhalle für das 1. Sächsische Sängerbundesfest

Festhalle für das 1. Sächsische Sängerbundesfest

 

Dem verkehrstechnischen Anschluß der wohlhabenden Gemeinde Blasewitz an Dresden sollte dreißig Jahre später die Eingemeindung zur Stadt folgen. Dresdens Oberbürgermeister Pfotenhauer, der Kreisdirektor von Könneritz, der Regierungsrat von Königsheim und weitere führende Persönlichkeiten eröffneten am 26. September 1872 die erste Dresdner Pferdeeisenbahnstrecke zwischen Pirnaischern Platz und Blasewitz, die in zwei Etappen bis Plauen ausgebaut wurde. Im Jahr 1890 führte die Deutsche Straßenbahngesellschaft in Dresden eine zweite Linie, die ,rote Linie', nach Blasewitz ein. Die Gesellschaft baute auch 1893 die erste elektrifizierte Strecke in Dresden zwischen Schloßplatz und Schillerplatz.

Pferdebahn am Schillerplatz

Pferdebahn am Schillerplatz

Autor: Christoph Schölzel

JGL 2001