Geschichte im Überblick:

Blasenwicz, das ehemalige sorbische Rundweilerdorf, wurde 1349 erstmals erwähnt. Die Bewohner im 15. Jahrhundert ernährten sich vom Ackerbau, dem Fischfang, betrieben Imkerei und bauten Wein an.

Blasewitz im 18.Jahrhundert

Blasewitz im 18.Jahrhundert

Die Flurkarte aus dem 16.Jahrhundert zeigt, wie sich die Häuser der acht Blasewitzer Hufner um den Dorfanger, dem heutigen Schillerplatz, scharten. Wiesen und Felder, dem dürftigem Sandboden mühsam abgerungen, lagen im Halbkreis hinter den Höfen. Dahinter befanden sich  die gemeinschaftlich genutzten Weiden. Die größte von Ihnen war die Elbwiese. Der Weg dorthin hieß die Viehtriebe, heute Naumannstraße. Besonders fruchtbar war die Gegend wahrscheinlich nicht, denn die Karte  vermerkt "gar sehr dünn" und "Am Steinberg" als Flurnamen. Auch die anderen Flurstücke trugen schon treffende deutsche Namen, die zeigten, das die Sorbenzeit hier schon vorüber war. Am Wege nach Striesen, dort wo noch heute an der Hüblerstraße die großen Eichen stehen, reiften die Trauben.

Flurkarte aus dem 16.Jahrhundert

Flurkarte aus dem 16.Jahrhundert

Anfang des 18.Jahrhunderts bestand der bäuerliche Besitz neben Gärten und Wiesen aus insgesamt 154 Hektar Ackerland, Wald und Weingärten. Der Schillerplatz war der alte Dorfplatz. Im Gasthof- bereits 1863 kurfürstliche Schenke- mit Sommerschankhaus an der Elbe (Schillergarten) hielt sich Friedrich von Schiller gern während seines Dresden-Aufenthaltes (von 1785-1787) auf. Die Wirtstochter Johanne Justine Segedin diente ihm als Vorbild für seine Gustel von Blasewitz in "Wallensteins Lager". Wer näheres zu Schiller und der Gustel von Blasewitz erfahren will kann das bei der AG Freizeithistoriker Dresden-Blasewitz .

Der Dorfanger wird zum Schillerplatz

Der Dorfanger wird zum Schillerplatz

Lange gab es kaum Veränderungen im Dorfe; bis in das 19. Jahrhundert zählte man nur 75-100 Einwohner. Erst um 1850 wurde Blasewitz verkehrsmäßig erschlossen. Die heutige Loschwitzer Straße wurde 1863 verbreitert und die anderen Verbindungswege nach Striesen und Tolkewitz waren zu Straßen geworden. Auf der Elbe verkehrten Linien und Frachtschiffe. Die erste Dresdener Straßenbahnlinie führte ab 1872 vom Schillerplatz zum Pirnaschen Platz. Seit 1892 verkehrte dann eine elektrische Bahn bis zum Schloßplatz; zwei Jahre später über das blaue Wunder bis nach Pillnitz.

  Historische Straßenbahn vom Schloßplatz nach Blasewitz

Historische Straßenbahn vom Schloßplatz nach Blasewitz

Das Dorf wandelte sich durch den Bau von Landhäusern zu einem vornehmen Villenort, indem sich Fabrikbesitzer, hohe Staatsbeamte, Wissenschaftler und Künstler ansiedelten.

Der Waldpark, nach wie vor eine der besten Wohnlagen in der heutigen Großstadt, entstand 1875 auf Betreiben des Waldparkvereins und dessen Begründers Arthur Willibald Königheim.

Aus der Stiftung des Dresdener Hofkapellmeisters Johann Gottlieb Naumann (1741-1801), durch Franz Liszt 1844 erheblich bereichert, entstand 1850/51 eine Schule nach einem Entwurf Gottfried Sempers. Dieser neugotische Bau gehört zum heutigen Ortsamt Blasewitz, dessen Verwaltungsgebäude nach Plänen von Emil Scherz Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Blasewitz ist u.a. Heimat des Rudersports, der in den vergangenen Jahrzehnten beachtliche internationale Erfolge verzeichnete.

Die Verkehrsanbindung zum rechtselbischen Loschwitz erfolgt seit 1893 über die eiserne Hängebrücke, das "Blaue Wunder".  Blasewitz wurde erst 1921 nach Dresden eingemeindet.

Die Blasewitzer Geschichte erfährt man auf den Seiten von www.dresdner-stadtteile.de. Auch die Entwicklung vieler Blasewitzer Straßen kann man auf diesen Seiten nachlesen.

JGL 07.12.2003