Entlang der Elbe zwischen Rosengarten und Pillnitz

Details für Radfahrer gibt es auf den Webseiten des Elbradweges

Rosengarten

An Stelle der heute von Hecken umgebenen Parkanlage, die in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts entstand, befanden sich vorher Sportplätze und Kleingärten. Teile des ehemaligen Gebäudes der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft sind noch als Cafe Rosengarten vorhanden.

Der Rosengarten

Der Rosengarten heute

Prießnitz

Der Name des Flüßchens leitet sich vom altsorbischen Wort Breza = Birke ab. Die Prießnitz entspringt im Gebiet um Rossendorf. Ihre 24 km lange Fließstrecke verläuft hauptsächlich durch die Dresdner Heide, der Höhenunterschied zwischen Quellgebiet und Einmündung in die Elbe beträgt 117 m. Die erhebliche Erosionstätigkeit schuf zahlreiche Heidesandterrassen. Durch ihre Schwemmsandablagerungen im Mündungsgebiet hat sie den Elblauf nach Süden abgedrängt. Der so entstandene Landbogen wurde auch für die Anlage der jetzigen Neustadt genutzt, worauf die anfängliche Bezeichnung ,,Auf dem Sande" hinweist.

Der Baumbestand im unmittelbaren Mündungsgebiet hat heute noch weitgehend auwaldähnlichen Charakter. Es kommen Weichholzarten wie Weide, Pappel und Erle vor. Schon vor mehr als 150 Jahren wurden an der Prießnitz, deren Wasser als heilkräftig galt, Kurbäder angelegt. Heute ist es zwar mit der Heilwirkung des Prießnitzwassers vorbei, doch das Leben in diesem Fließgewässer ist noch artenreich. Es liegt in unserer Verantwortung, den romantischen Lauf des Baches und seine Funktion als Lebensraum zu erhalten.

 

Drachenschänke

Als 1734 ein Bad an dieser Stelle entstand, nannte man die Gegend den ,,Neustädter Sand vor dem Schwarzen Tore". Später kaufte der Akzisrat Lincke das Anwesen, baute die vorhandenen Badehäuser weiter aus, gestaltete den Garten zum Lustpark um und ließ 1775 ein Sommertheater errichten. Das nun als ,,Linckesches Bad" bezeichnete Etablissement war bis zu seiner Zerstörung im 2.Weltkrieg ein berühmter Ort für das Dresdner Geistes- und Vergnügungsleben. Unten an der Elbmauer wurde die Drachenschänke, der älteste Teil der Anlage, wieder aufgebaut.

 

Waldschlößchenbrauerei

1838 wurde die Waldschlößchenbrauerei errichtet und nahm als erste Aktiengesellschaft in Sachsen den Betrieb auf. Nach nur viermonatiger Bauzeit erfolgte noch im selben Jahr der erste Bierausscbank von bayrischem Lagerbier. Durch zahlreiche Brände waren immer wieder Um- und Neubauten notwendig.

 

Gedenkeiche

Hier auf den Elbwiesen fand 1865 das erste Deutsche Sängerfest statt, an das die prächtige Stieleiche im Hintergrund erinnert. Dieses Fest war ein machtvolles Bekenntnis zu einer friedlichen, demokratischen Einheit des damals noch in viele Kleinstaaten zersplitterten Deutschlands.

 

JOHANNSTADT

Dieser Stadtteil wurde nach König Johann benannt, der von 1854-1873 regierte. Auf dem jetzigen Areal der Johannstadt lag bereits vor der Stadtgründung das Dorf Ranvoltitz. 1316 wurde es zum letzten Mal erwähnt. Danach ging dieses Gebiet in den Besitz von Kreuzkirche, Augustinerkloster und Maternihospital über. Zum großen Teil blieb es aber für lange Zeit unbebaut, weil hier bis 1874 ein Bauverbot zum Schutz des Königlichen Großen Gartens bestand. Nach der Aufhebung dieses Verbotes begann eine intensive Bautätigkeit. Während nur in der Nähe des Großen Gartens eine aufgelockerte Bebauung erhalten blieb, wurden in den übrigen Teilen von Johannstadt geschlossene Fronten mehrstöckiger Mietskasernen errichtet. Nach der Jahrhundertwende erhielten die Häuser wieder ein freundlicheres Aussehen. Die Bevölkerungszahl nahm stark zu. 1945 wurden große Teile von Johannstadt zerstört, später errichtete man hier Neubauten. Anstelle der heutigen Sparkasse am Güntzplatz befand sich das ehemalige Stadthaus, zu Zeiten Erlweins gebaut.

In dem früheren Kunstgewerbemuseum mit der Kunstgewerbeschule befindet sich jetzt das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen.

 

,,Antons" und andere Elbbäder

Für viele wird es kaum mehr vorstellbar sein, aber früher konnte unbeschadet in der Elbe gebadet werden. Zahlreiche Badeanstalten entstanden, die erste 1786 wurde von dem Italiener Andreoli gebaut.

Der Oberälteste der Fischerinnung, Carl Gottlieb Gasse, eröffnete 1826 unterhalb der Augustusbrücke eine Schwimm-Lehranstalt. Fünfzig Jahre später soll es bereits acht stark besuchte Elbschwimmbäder gegeben haben. Sie waren streng in Bereiche für Männer und Frauen getrennt. 1922 wurde das Baden in der Elbe freigegeben, doch nur denen, die "des Schwimmens vollständig kundig und mit Verhältnissen des Stromes vertraut sind", war es erlaubt. Im gleichen Jahr wurde ,Antons" am Johannstädter Ufer eröffnet, wohl das bekannteste Licht- und Luftbad Dresdens. Es war mit Liegewiesen, Planschbecken und Restauration ausgestattet.

,,Antons" hat jedoch eine längere Geschichte. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Kurfürst August II. auf den damaligen Stallamtswiesen eine Villa errichten. Der Oberfloßinspektor Anton, späterer Besitzer des Anwesens, führte hier bis 1863 einen Gaststättenbetrieb. Alles war von einem schönen englischen Park umgeben, von dem heute nur noch wenige alte Bäume erhalten geblieben sind.

1924 gab es an den Elbufern zehn städtische und drei private Bäder. Ab den 30er Jahren unseres Jahrhunderts nahm die Verschmutzung der Elbe merklich zu. Inzwischen waren in der Stadt auch einige Freibäder entstanden, so daß die Bedeutung der Elbbäder allmählich abnahm. Das Loschwitzer Bad stellte 1946 als letzte Dresdner Elbbadeanstalt den Betrieb ein. ,,Antons" wurde 1945 beim Bombenangriff zerstört.

Elbbäder unterhalb der Augustusbrücke nach 1889

Elbbäder unterhalb der Augustusbrücke nach 1889

Vogelwiese

Die Geschichte der Dresdner Vogelwiese reicht sehr weit in die Vergangenheit zurück. Schon 1440 übte man sich im Stadtgraben, in der Nähe des Pirnaischen Tores, im Armbrustschießen. Jedes Jahr fand dort ein Schützenfest statt, der Straßenname Schießgasse erinnert noch daran. Reichlich 100 Jahre später befand sich der Schießplatz dann zwischen der heutigen Ziegelstraße und den Wiesen an der Elbe. Außer Pest und Krieg konnte die Dresdner nichts daran hindern, dieses Volksfest zu feiern. Durch die Entwicklung der Waffentechnik nahm die Bedeutung der Schießübungen ab. Die Tradition wurde jedoch innerhalb höfischer Schießfeste fortgesetzt.

Nach 1700 übernahm die Dresdner Bogenschützengesellschaft die Organisation dieser Vergnügungen, die Vielfalt der Belustigungsmöglichkeiten wuchs. 1874 kaufte die Gesellschaft dafür Land am Johannstädter Elbufer. Es wurde ein Schützenhaus errichtet, das 1945 abbrannte. Mit Armbrüsten wurde u.a. auf große Holzvögel geschossen. Besonderer Höhepunkt war vor dem Krieg das zum Fest gehörende prächtige Feuerwerk.

Seit 1990 gibt es nun wieder intensive und erfolgreiche Bemühungen, die Tradition des Volksfestes an gleicher Stelle aufleben zu lassen. Der Standort inmitten des Landschaftsschutzgebietes ,,Dresdner Elbwiesen und -altarme" ist allerdings nicht unproblematisch. So wird u.a. erwogen, die Vogelwiese auf das Gelände unmittelbar neben dem Straßburger Platz zu verlagern, wo eine günstigere Verkehrsanbindung besteht.

 

Regenüberlauf

Ein unterhalb der Vogelwiese gelegener Regenüberlauf des insgesamt ca. 1.300 km langen Kanalisationsnetzes dient zur Entlastung der vielen Kanäle bei großen Niederschlagsmengen. Da Dresden über eine Mischkanalisation verfügt, fließt das überlaufende, mit Regenwasser verdünnte Schmutzwasser in die Elbe. Häusliche und industrielle Abwässer gelangen so in niederschlagsreichen Perioden ungeklärt in den Fluß. Durch diese und andere Einleitungen kommt es weiterhin zur Anreicherung von Schadstoffen und Reduzierung des Sauerstoffgehaltes, wenngleich sich die Qualität des Elbwassers seit 1990 insgesamt verbessert hat. Für Wasserpflanzen und -tiere besteht jedoch nach wie vor die Gefährdung ihrer Lebensgrundlagen.

Jeder kann mithelfen, daß die Elbe wieder ein lebendiger Strom wird. Der Schutz unserer Gewässer beginnt schon im Haushalt und damit beim Tun und Lassen jedes einzelnen.

 

Leinpfad

An beiden Seiten der Elbe verlaufen die alten Leinpfade, auch Treidelpfade genannt. Sie sind stromaufwärts bis Decin (Tschechische Republik) noch teilweise zu sehen. Sollten die Schiffe stromaufwärts fahren und der Wind verweigerte seinen Dienst, dann war die Muskelkraft der Treidler, die man auch Bomätscher ( = Helfer) nannte, gefragt. Sie zogen die Schiffe an bis zu 500 m langen Leinen, daher auch der Name "Leinpfad".

Meist wurde dazu die linkselbische Seite genutzt. Waren die topographischen Verhältnisse nicht gegeben, gingen die Treidler auch auf dem anderen Ufer. So entstanden zwei Pfade, die noch bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts ihren Zweck erfüllten. Treideln bedeutet soviel wie schleppen oder ziehen. Da diese anstrengende Arbeit nur langsam vor sich gehen konnte, hat der Volksmund wahrscheinlich daraus das Wort ,,trödeln" abgeleitet.

Oft zogen bis zu 20 Männer ein Schiff. Der Lohn für ihre Arbeit war so karg, daß es für sie Luxus war, immer Schuhe zu tragen. Das taten sie nur in der rauhen Jahreszeit. Anstelle von Strümpfen wickelten sie sich Stoff um die Füße. Die Schuhe mußten schon reichliche Maße haben, sollte alles hineinpassen. Der scherzhaft gemeinte Begriff ,,Elbkähne" für zu weite Schuhe hat hier unter Umständen seinen Ursprung.

Die Bomätscher

Die Bomätscher, Handzeichnung 1905, E. Oehme

Der Leinpfad heute

 

LOSCHWITZ

1315 wird der Ort zum ersten Mal als Locuicz (altsorbisch) erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert sind die Loschwitzer Weinberge bekannt. Forstleute hatten im Loschwitzgrund und an geeigneten Flecken Rodungen zur Anlage von Weinbergen vorgenommen. Wohlhabende Bürger waren Besitzer dieser Weinberge, während die ärmeren Häusler in der hochwassergefährdeten Elbnähe wohnten.

.Loschwitz vom Blasewitzer Elbufer aus gesehen

Loschwitz vom Blasewitzer Elbufer aus gesehen

Dresden-Loschwitz - Elbaue beim Hochwasser 1890

Loschwitz wurde als idyllischer Ort gepriesen und von Künstlern wegen seines ländlichen Lebens und seinen romantischen Gründen gern aufgesucht. Namhafte Persönlichkeiten wie Melchior Dinglinger, Ludwig Richter, Gerhard und Wilhelm von Kügelgen hatten in Loschwitz ihre Sommersitze. Im Loschwitzgrund, am Neurochwitzer Grundbach, auch Trille genannt, taten einst sieben Mühlen ihren Dienst. Heute fließt die Trille zumeist verrohrt unter der Grundstraße und mündet in die Elbe. Bis 1890 war der Körnerplatz Dorfplatz von Loschwitz. 1921 wurde der Ort nach Dresden eingemeindet.

 

Eisenbornbach

Der Bach entspringt in der Dresdner Heide, durchfließt den Zschorr- oder Schotengrund und mündet unterirdisch verrohrt bei der Saloppe in die Elbe. Bereits 1476 soll sein eisenhaltiges Wasser mittels Holzröhren von Augustinermönchen nach Altendresden, der heutigen Neustadt, geleitet worden sein. Es war damit die älteste Dresdner Wasserleitung. Im 16. Jahrhundert wurden von dem Bach Fischteiche gespeist, die zur Versorgung des Dresdner Hofes angelegt worden waren. Hinter der Grundstücksmauer, von der der Eisenbornbach am Körnerweg herabfällt, befindet sich eine heute nur noch schwer erkennbare Parkanlage, die nach 1850 für den Verleger Heinrich Brockhaus entstand. Die Straße zwischen diesem Grundstück und der Saloppe trägt heute noch seinen Namen.

 

Wasserwerk Saloppe

Der Name des ältesten Dresdner Wasserwerkes ist von dem russischen Wort ,Chalupa" (kleine Hütte) abgeleitet. So nannten zeitweilig einquartierte Kosaken 1813 ein hier stehendes Fähr- und Wirtshaus.

Damals wurde das Trinkwasser für Dresden aus vielen einzelnen Brunnen und Quellen entnommen. Die rasch zunehmende Bevölkerung sowie die stets lauernde Seuchengefahr machten später den Bau eines zentralen Wasserwerkes notwendig. Es wurde 1871 - 1 875 auf dem Grundstück der seinerzeit beliebten Gaststätte Saloppe nach Plänen des Ingenieurs Salbach errichtet.

Das Werk gewann über eine etwa 1,5 km lange Heber- und Brunnenleitung Uferfiltrat der Elbe, bereitete es auf und pumpte es anschließend in den Hochbehälter am Fischhaus. Die oberen Teile der Brunnen sind noch hier auf den Elbwiesen zu sehen.

Seit der Inbetriebnahme des Werkes 1875 wurde die Qualität des Elbwassers zunehmend schlechter. Die Aufwendungen für die Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat steigen auch weiterhin. Da ein großer Teil (1989: ca. 40 %) des Dresdner Trinkwassers dieser ,,Quelle" entstammen, hat die Verschmutzung des Flusses direkte Auswirkungen auf uns, denn es bedarf umfangreicher und teurer technologischer Maßnahmen, alle unerwünschten bzw. schädlichen Stoffe im Wasserwerk vollständig und zu jeder Zeit zu entfernen. Gesamtgesellschaftlich wie individuell ist ein weitaus schärferes Bewußtsein notwendig, daß Wasser unser wichtigstes Lebensmittel ist und wir sparsam damit umgehen müssen. Über diesen rein quantitativen Aspekt hinaus wird zu überlegen sein, ob nicht Wasser verschiedener Qualität, der jeweiligen Nutzungsart angepaßt, verwendet werden kann.

Die Saloppe mit dem Eisenbornbach um 1845

Die Saloppe mit dem Eisenbornbach um 1845, Stich von I.C.A. Richter

 

Schloß Albrechtsberg

Das Gelände am Loschwitzhang über dem heutigen Wasserwerk Saloppe kaufte Anfang des 19. Jahrhunderts der schottische Lord Findlater. An der Stelle des jetzigen Schlosses Albrechtsberg ließ er 1811 ein großes Landhaus errichten, das als das schönste Wohnpalais von Dresden bezeichnet wurde. Der Lord starb aber schon vor Fertigstellung des Baues. Der sogenannte ,,Findlatersche Weinberg" wurde ab 1821 als Gaststätte genutzt und war ein beliebtes Ausflugsziel. Hier kehrten so berühmte Gäste wie Wilhelm von Kügelgen, E.T.A. Hoffmann, Richard Wagner und Ludwig Richter ein.

1850 wurde Prinz Albrecht von Preußen, der Bruder des Kaisers Wilhelm 1., neuer Besitzer dieses Grundstückes. Er ließ sich auf dem Platz des zweistöckigen Landhauses 1850-1854 von dem preußischen Landbaumeister Adolf Lohse, einem Schüler Schinkels, das Schloß Albrechtsberg im spätklassizistischen Stil errichten. Hier wohnten auch die Nachfahren des preußischen Prinzen.

1925 erwarb die Stadt das Gelände und machte es später der Öffentlichkeit zugänglich. Ab 1951 wurde es als ,,Pionierpalast" vorwiegend von Kindern und Jugendlichen für vielfältige kulturelle und sportliche Aktivitäten genutzt. Dieses Anliegen soll auch weiterhin fortgesetzt werden. Schloß Albrechtsberg und die benachbarte Villa Stockhausen stehen heute beide unter städtischer Verwaltung - dies eröffnet Chancen für übergreifende Nutzungskonzeptionen.

Schloß Albrechtberg

Schloß Albrechtsberg

 

Villa Stockhausen (Lingnerschloß)

Neben dem Schloß Albrechtsberg ließ der preußische Prinz Albrecht 1850-1853 für seinen Kammerherrn Baron von Stockhausen vom gleichen Baumeister und im gleichen Stil eine Villa errichten. 1891 kam das Grundstück in den Besitz des Nähmaschinenfabrikanten Bruno Naumann. 1906 erwarb es der berühmte ,,Odol"-Fabrikant Karl August Lingner, der wesentlich zur Gründung des Deutschen Hygiene-Museums beitrug. Laut Testament vermachte er sein Schloß der Stadt Dresden als Volkserholungsstätte. Seine sterblichen Überreste befinden sich in dem vom Elbuferweg aus sichtbaren kleinen Mausoleum. Ebenso sichtbar ist ein ehemaliger Aufzug für 6 Personen, der auf Anregung Lingners gebaut wurde. Seit 1957 war der Dresdner Klub der Intelligenz hier Hausherr. Heute wird das Lingnerschloß als öffentliche Gaststätte genutzt.

Das Lignerschloß

Das Lignerschloß

Schloß Eckberg

Dieses Schloß, wahrscheinlich auf dem ehemaligen Weinberg des Hofkapellmeisters Heinrich Schütz gelegen, ließ sich der Handelsherr John Daniel Souchay 1859-1861 erbauen. Christian Friedrich Arnhold, ein Semperschüler, führte den Bau im burgenähnlichen, neogotischen Stil nach Vorbildern englischer Landsitze aus. Die Besitzer dieses Grundstückes wechselten oft. 1926 erwarb es Dr.Ottomar Heinsius von Mayenburg. Er war nicht nur der Erfinder der Zahnpastamarke ,,Chlorodont", sondern auch Botaniker und Blumenfreund. Sein wundervoller Wald- und Blumengarten stand allen Natur- freunden offen. Nach der Enteignung Mayenburgs begann der Verfall. In ganzer Schönheit zeigte Schloß Eckberg sich erst wieder als Jugendtourist-Hotel. Die neogotische Ausstattung blieb erhalten.
Heute befindet sich das Schloß wieder im Besitz der Familie von Mayenburg und gehört der europaweiten Vereinigung ,,Gast im Schloß" an. Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz veranlaßte bereits 1912, daß Schloß Eckberg und die beiden Albrechtsschlösser von der Gemeinde Loschwitz unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Schloß Eckberg

Schloß Eckberg

Mordgrundbach und Klengel-Gedenkstein

Der Mordgrundbach entspringt in der Dresdner Heide und nimmt seinen Weg durch den Stech- bzw. Mordgrund, vorbei an Schwestern- und Degelequelle. Er fällt hier bei ausreichendem Durchfluß von der Mauer herab und mündet in die Elbe.

Der Gedenkstein erinnert an den Oberlandbaumeister Wolf Caspar von Klengel (1630-1691). Als Architekt übte er einen erheblichen Einfluß auf die Entwicklung der Residenzstadt aus. Über seinen Tod hinaus blieben seine städtebaulichen Entwürfe für die Dresdner Neustadt von Bedeutung und bildeten die Grundlage für den Neuaufbau nach dem Stadtbrand von 1685. Klengel war außerdem Lehrer August des Starken.

 

Dinglingers Sommersitz

Am Hang neben dem Heilstättenweg befindet sich das Weinbergwohnhaus und ein dazugehöriger Pavillon, den Johann Melchior Dinglinger, berühmtester Goldschmied und Juwelier am Hofe August des Starken, als Sommersitz nutzte. Gut sichtbar ist auf dem Dach eine vergoldete Kugel mit Wetterfahne.

An den nahezu unvergleichlichen Kunstwerken Dinglingers kann man sich heute noch im ,,Grünen Gewölbe", einer Abteilung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Albertinum, erfreuen.

 

Pumpstation

Dieses technische Bauwerk dient noch heute dazu, aufbereitetes Wasser aus dem Wasserwerk Hosterwitz in Hochbehälter zu pumpen. An dieser Stelle deshalb einige Anmerkungen zum Trinkwasserverteilungssystem Dresdens: Die Wasserversorgung geschieht über ein vermaschtes Ringnetz mit insgesamt ca. 2.075 km Rohrleitungen einschließlich der 387 km für Hausanschlußleitungen. Zur Einhaltung des höchsten zulässigen Ruhedruckes bzw. der Gewährleistung des Mindestfließdruckes sind aufgrund der besonderen geodätischen Verhältnisse im Versorgungsgebiet 31 Hauptversorgungszonen mit 29 Pumpwerken sowie 36 Hochbehältern mit 229.500 m2 Gesamtinhalt vorhanden. Diese Gliederung bewirkt, dass sich in Bezug auf die Versorgung aus den einzelnen Wasserwerken direkte und Mischwasserzonen einstellen.

 

Loschwitzer Elbhafen

Der Winterhafen wurde 1862 angelegt. Über 100 Jahre lang diente er den Fahrgastschiffen als Schutz vor Eisgang und Hochwasser.

 

Körnerhaus

Ein für das Elbtal typisches Winzerhaus finden wir auf dem Körnerweg Nr.6. Es war das Sommerhaus der Familie Körner. Der Freiheitskämpfer und Dichter Theodor Körner (1791 - 1813) verbrachte hier glückliche Zeiten seiner Jugend. Sein Vater, der Konsistorialrat Christian Gottfried Körner (1756-1831) machte das Weinberghaus zu einem bedeutenden Treffpunkt des damaligen Dresdner Geisteslebens. So wohnte Friedrich Schiller, ein Freund der Körners, von 1785-1787 hier und fand dabei viele Anregungen für sein literarisches Schaffen. In dem als Schillerhäuschen (Schillerstraße 19) bekannten Gartenhaus - heute das kleinste Museum der Stadt Dresden - arbeitete der Dichter u.a. am ,,Don Carlos".

Aber auch Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist und Ernst Moritz Arndt nahmen im Körnerhaus Quartier.

 

Bergbahnen

Die 1895 erbaute Standseilbahn gehört zu den ältesten Bergbahnen Europas. Anfangs überwand sie mit Dampfkraft, ab 1905 mit einem elektrischen Antrieb, die knapp 100 Meter Höhenunterschied. 545 m lang ist ihre Fahrstrecke bis zum Weißen Hirsch, von dem man den Blick auf die Stadt genießen kann.

In unmittelbarer Nachbarschaft finden wir ein zweites technisches Denkmal, die Schwebebahn. 1898-1900 erbaut, ist sie die erste Bergschwebebahn der Welt. Auf der 280 m langen Strecke hinauf nach Oberloschwitz überwindet sie 84 m Höhe.

Loschwitzer Kirche

Unweit der Talstation der Schwebebahn an der Pillnitzer Landstraße steht die Loschwitzer Kirche. Das achteckige, hochwasserfrei gelegene, mit einem Mansarddach versehene Bauwerk wurde 1705-1708 von G. Bahr und von J. Fehre d.Ä. errichtet. Die Gestalt ihres Baukörpers weist sie gleichsam als ,,Vorarbeit" zu der rund 30 Jahre später gleichfalls von G. Bähr errichteten Frauenkirche aus. 1945 fiel die Kirche den Bomben zum Opfer. Heute engagieren sich Kirchgemeinde und ein Freundes- und Förderkreis mit nicht nur einheimischen Mitgliedern für den Wiederaufbau. Ein erstes weithin sichtbares Zeichen dieses Wirkens ist die am 3. Oktober 1992 aufgesetzte Turmhaube. Mit der Anbringung der Turmkugel und der Wetterfahne zum Elbhangfest im Juni 1993 wurde die Rekonstruktion des Daches abgeschlossen.

Auf dem Friedhof fanden Lord Findlater (siehe Schloß Albrechtsberg) und Ludwig Richters Gattin ihre letzte Ruhestätte.

 

Friedrich-Wieck-Straße

Im mausoleumsartigen Rundbau befindet sich ein 1869 von J. K. G. Herrmann geschaffenes Marmorrelief. Es erinnert an seinen Vater, den Elbschiffer J. D. Herrmann, dem 1799 die Errettung zweier Menschen aus der hochwasser- und eisführenden Elbe gelang. Der Volksmund bezeichnet das Bauwerk bis heute etwas respektlos als ,,Senfbüchse".

An dieser Straße steht auch das Wohnhaus des Leipziger Musikpädagogen Friedrich Wieck. 1840 war er nach der Heirat seiner Tochter Clara mit Robert Schumann nach Dresden gekommen und lebte bis zu seinem Tode 1873 hier.

Die Loschwitzer Fahre wurde bereits im Mittelalter urkundlich erwähnt. Das alte Gut auf der Fricdrich-Wieck-Straße 45 errichtete man ursprünglich zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Weingut. Bis 1839 wurden hier Trauben gepreßt. Der Fährmeister Hans Balthasar Hempel baute es 1697 zur heutigen Form um, worauf die Inschrift ,,HB 1697" im Gebälk noch hinweist. Das zum Anwesen gehörende eigentliche Fährhaus von 1630 ist das kleine Fachwerkhaus mit Walmdach am Uferweg. Das Untergeschoß nahm bis 1862 bei Hochwasser das Fahrboot auf. Die Personenfähre verkehrte noch bis 1926 neben dem Blauen Wunder.

 

Pappelwäldchen Loschwitz

Die ehemalige Versuchsfläche für Pappelarten, vormals vom Forstinstitut Graupa genutzt, soll sich zu einem gemischten Laubwald entwickeln, der bereits jetzt von besonderer ornithologischer Bedeutung ist. Über 40 Vogelarten wurden hier bereits beobachtet. Die ca. 2,4 ha große Fläche wurde von der Abteilung Naturschutz im Grünflächenamt der Stadt Dresden als Flächennaturdenkmal vorgeschlagen und im Hinblick auf diesen künftigen Schutzstatus einstweilig gesichert.

 

Blaues Wunder

Zwei Dresdner Bürgern ist es zu verdanken, dass das Blaue Wunder noch erhalten ist. Sie verhinderten unabhängig voneinander durch Zertrennung der Zündleitungen 1945 die Sprengung der Brücke durch die SS.

1891 - 1893 war sie unter der Leitung des Baurates Claus Köpcke errichtet worden. Die Baukosten von zwei Millionen Mark konnten durch die Erhebung eines Brückenzolls wieder eingenommen werden. So zahlten Erwachsene drei, Kinder zwei Pfennige. Diese Regelung galt bis 1921.

Die genietete Stahlbrücke ist ein hervorragendes Beispiel europäischer Brückenbaukunst der damaligen Zeit. Ihre lichte Weite von Pfeiler zu Pfeiler beträgt 141,5 m, die gesamte Länge beläuft sich auf 270 m. Die Fußwege wurden erst 1935 außen angesetzt. Ihren Namen verdankt die Brücke der einzigartigen Konstruktion und dem Farbanstrich.

BLASEWITZ

Blasewitz wird 1350 erstmalig als altsorbische Siedlung Blasenwicz erwähnt. Sie entstand hier inmitten eines großflächigen Kiefernwaldes, auch als Tännicht bezeichnet. Der heutige Schillerplatz war der alte Dorfplatz. Hier steht noch oberhalb des Schillergartens ein alter Gasthof, der 1683 als kurfürstliche Schenke zum ersten Mal erwähnt wurde. Die später teilweise gerodeten Flächen dienten zum Anlegen von Äckern, Gärten und Wiesen.

Durch die Gründung des Waldparkvereins und der Umsetzung eines ersten Bebauungsplanes im 19. Jahrhundert wurde dem wilden Bauen ein Ende gesetzt und Blasewitz entwickelte sich zu einem Villenort. Der letzte Teil des Tännichts (23 ha) blieb als Waldpark erhalten. Der hier natürlich vorkommende Kiefernwald wurde allmählich in einen Mischwald umgewandelt.

Da Rudern eine beliebte Sportart der reichen Bevölkerungsschichten war, gründeten sich in Blasewitz zahlreiche Rudervereine. Bis in die heutige Zeit wird der Elbabschnitt oberhalb des Blauen Wunders für Regatten genutzt.

Erst 1921 wurde Blasewitz nach Dresden eingemeindet.

 

Schillergarten

Die kurfürstliche Schenke am früheren Blasewitzer Dorfplatz wurde durch ein Sommerschankhaus an der Elbe vergrößert, dem heutigen Schillergarten. Es war Friedrich Schillers Lieblingslokal, als er bei der Familie Körner (siehe Nr.35) in Loschwitz weilte. In dem erwähnten Schankgut lernte Schiller die Wirtstochter Justine Segedin kennen, die er 1792 als Gustel von Blasewitz in ,,Wallensteins Lager" verewigte. Noch heute blickt sie als Sandsteinfigur vom Blasewitzer Rathaus herab.

An Schiller erinnert außer dem Namen des Restaurants noch ein Gedenkstein im Garten dieses Lokals, der vom Berliner Werbungsunternehmer Ernst Litfaß anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters gestiftet wurde.

 

TOLKEWITZ

Dieses Dorf wurde 1350 als sorbische Siedlung Tolkenwicz erstmals erwähnt und gehörte knapp 50 Jahre später zum Besitz des Klosters Altzella. Die Äcker der Tolkewitzer Flur waren damals nicht sehr ertragreich. Sie befanden sich teilweise auf unfruchtbaren Sanddünen und wurden häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Deshalb besserten sich die damaligen Bewohner ihren Lebensunterhalt noch mit Arbeiten am Strom auf, betrieben als Heimgewerbe auch die Zwirnerei.

Tolkewitz wird durch die unbebaute Wiesenfläche längs des Niedersedlitzer Flutgrabens unterteilt. Westlich befinden sich das Wasserwerk, das Krematorium mit dem Johannisfriedhof und neue Wohngebiete sowie östlich der alte Dorfkern Alttolkewitz.

In Tolkewitz siedelten sich Gärtnereien und Baumschulen an, die ihre Erzeugnisse in viele Länder versandten. 1912 wurde dieser Ort ein Dresdner Stadtteil.

 

Krematorium

Der gigantisch anmutende Sandsteinbau entstand 1912 nach Plänen des Architekten F. Schuhmacher und läßt Merkmale des Jugendstils erkennen. Das Krematorium auf dem Johannisfriedhof liegt inmitten eines Kiefernhaines. Diese Kiefern sind wie die im Gebiet des Blasewitzer Waldparkes Reste einer natürlichen Vegetation, die es zu erhalten gilt.

Das Krematorium im Johannisfriedhof

Wasserwerk Tolkewitz

1891 erwarb die Stadt zur Anlage des zweiten städtischen Wasserwerkes die hiesigen Elbwiesen. Vor Baubeginn mußte das Gelände zum Schutz vor Hochwasser aufgeschüttet werden. Nach dreijähriger Bauzeit nahm das Werk 1898 seinen Betrieb auf.

Die über 30 Brunnen in Elbnähe sind 15 m tief und reichen bis in die Grundwasserführenden Kies- und Sandschichten. Druckrohrleitungen führen das aufbereitete Wasser zu den Hochbehältern von Räcknitz. 1964-1966 wurde das Wasserwerk rekonstruiert. Zur Zeit wird lediglich Rohwasser aus der Grundwasserfassung von Blasewitz aufbereitet, die tägliche Abgabemenge bewegt sich zwischen 9.000 bis 10.000 m3. Erste Verbesserungen des Aufbereitungsprozesses wurden bereits vorgenommen. Eine Erhöhung der Abgabemengen hängt wesentlich vom künftigen Wasserbedarf und dem Investitionsgeschehen ab.

 

Niedersedlitzer Flutgraben

Zwischen Laubegast und Tolkewitz verläuft der Niedersedlitzer Flutgraben. Die breite Lücke auf der sonst durchgehend bebauten Elbseite deutet auf einen alten Elbarm hin. Er sammelt das von den südlichen Talhängen kommende Wasser, leitet es der Elbe zu und dient auch dem Hochwasserabfluß.

 

WACHWITZ

Wachwitz ist seit 1930 ein Stadtteil Dresdens. Der Wachwitzbach hat sich in den elbseitigen Rang tief eingeschnitten und dadurch den Wachwitzgrund geschaffen. Der an der Mündung des Baches in die Elbe entstandene Schuttkegel bot die Möglichkeit zur Gründung der alten Siedlung Wachwicz, 1350 erstmalig erwähnt und von einem slawischen Personennamen (Vach) abgeleitet.

Am Dorfplatz Altwachwitz befinden sich noch heute schöne Fachwerkhäuser sowie ein funktionierender Brunnen, wodurch der dörfliche Charakter der alten Siedlung bewahrt bleibt. Wegen fehlender Ackerflächen wurde hier Fischfang und später ab dem 16. Jahrhundert an den Hängen Wein- und Obstbau betrieben.

Auf ehemaligen Weinbergen errichteten Fabrikanten und Staatsbeamte ihre Landhäuser. Auch Maler und Dichter zog die Schönheit der Wachwitzer Landschaft an.

Wachwitz

Schloß Wachwitz

Aus dem Wachwitzer Höhenpark hebt sich das langgestreckte, mit einem kupfergedeckten Türmchen geschmückte Schloß Wachwitz heraus. Prinz Friedrich Christian, Markgraf von Meißen, ließ es 1936/37 aus Mitteln der sogenannten Prinzenabfindung erbauen. In dem ca. 50 ha großen, jetzt dem Land Sachsen gehörenden weitläufigen Parkgelände des sogenannten Wachwitzer Weinberges, befindet sich ein zur Blütezeit besonders sehenswerter Rhododendrongarten. Der Begründer der gesamten Anlage war der spätere König Friedrich August II. (1797-1854), der als ausgezeichneter Botaniker auf dem Gelände des damaligen ,,Königlichen Weinbergs" seltene Pflanzen aus ganz Europa zu eigenen Studienzwecken, aber auch für eine botanisch interessierte Öffentlichkeit ansiedelte.

 

Fernsehturm

Der 252 m hohe Turm wurde 1963 - 1969 im Auftrag der staatlichen Postverwaltung gebaut und war bis zur Übernahme durch die TELEKOM als hervorragender Aussichtspunkt mit Restaurantbetrieb der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Verein kämpft darum, den Zugang wieder möglich zu machen, bislang aber ohne Erfolg.

Wachwitzer Fernsehturm, 252m hoch

NIEDERPOYRITZ

Niederpoyritz liegt am Ausgang des Helfenberger Grundes, einem der längsten Einschnitte am rechten Elbhang. 1414 wurde der Ort erstmalig als Podegriczch erwähnt, was altsorbisch ,die Leute unter der Burg" bedeutet. Das alte Straßendorf befand sich auf beiden Seiten der jetzigen Pillnitzer Landstraße.

Auf einer Heidesandterrasse waren Weinberge angelegt worden. Auch eine Schiffsmühle soll sich hier auf der Elbe befunden haben. Seit 1539 gehört der Ort kirchlich zu Hosterwitz, 1950 wurde er Stadtteil von Dresden.

Die Fähre von Laubegast nach Niederpoyritz

Tier- und Pflanzenwelt

Einst zählte die Elbe zu den fischreichsten Fließgewässern Europas. Aufgrund der starken Wasserverunreinigung gibt es hier Lachs, Stör und Forelle nicht mehr. Früher hatte man sogar den Verzehr des Lachses auf höchstens zweimal wöchentlich beschränkt, um den Speiseplan nicht monoton werden zu lassen. Trotzdem ist der Fischreichtum noch erstaunlich. So sind im Stadtbereich noch Karpfen, Karausche, Schleie, Plötze und Rorfeder, insgesamt bis zu 30 Arten anzutreffen. Leider sind diese seit langem ungenießbar. Die Elbefischerei stellte bereits 1954 in Strehla ihr Gewerbe ein. Die früher in der Elbe weit verbreitete Wollhandkrabbe zählt ebenfalls zu den Opfern der Verschmutzung.

Zu Anfang dieses Jahrhunderts setzte man bei Prag Bisamratten aus. Sie besiedeln nicht nur unmittelbar den Strom, sondern gelangen über ihn auch zu Bacheinmündungen, flachen Gewässern und Teichen. Die Biber ,,bewohnen" die elbabwärts gelegenen Niederungen im Bereich der mittleren Elbe.

Die unmittelbaren Auswirkungen der Elbverschmutzung auf die Vogelwelt sind geringer. Regelmäßig kommen Stockenten, Höckerschwäne und Lachmöwen, zeitweise Flußregenpfeifer und Flußuferläufer vor. Als Wintergäste finden sich Graugänse, Bleßhühner, Gänsesäger, Reiher- und Tafelenten sowie auf den Elbwiesen große Schwärme von Saatkrähen, deren Heimat in Nordosteuropa liegt, ein. An Raubvögeln kommen hier Turmfalke und Mäusebussard vor. Auch Fischreiher sind zeitweise anzutreffen.

Das Elbtal mit seinen Hängen zählt zu den artenreichsten Landschaften Deutschlands. Lebensraum für die Pflanzen sind Ufer, Dämme, Hochwasserzonen und nicht zuletzt die Elbinseln. Im Frühsommer findet man den Schnittlauch mit seinen zartrosa Blüten und die gelbblühende Sumpfkresse, auch Wiesenalant wächst in größeren Beständen. Auf den typischen Glatthaferwiesen kann der aufmerksame Betrachter dazu Wiesenstorchschnabel, Wiesenbocksbart, Großen Wiesenknopf Pastinak und viele andere Blumen und Gräser entdecken. Die extensive Bewirtschaftung mit Schafherden erhält die Artenvielfalt und bietet zu dem einen idyllischen Anblick. Umweltfreundlichere ,,Rasenmäher" gibt es wohl nicht.

 

LAUBEGAST

1408 wurde die Siedlung erstmals als Lubegast erwähnt. Sie entstand linkselbisch auf flacher Talaue als Zeilendorf. Die Bewohner waren hauptsächlich Fischer und Bauern. Manche Häusler verdienten sich auch durch Strohflechten oder als Treidler ihren Lebensunterhalt. 1501 wird in Laubegast erstmals ein Fährmann erwähnt. Ein ehemaliges Fährgut von 1733 befindet sich heute noch auf der Fährstraße 20. Von 1613-1765 besaß Laubegast eine kurfürstliche Schiffsmühle. Für die Einwohner der umliegenden Orte bestand Mahlzwang.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts waren unter den Laubegaster Zwirnleuten die ,,ZwirnWölfe" besonders bekannt. Familie Wolf kaufte gesponnenen Zwirn in der Umgebung auf und bleichte ihn auf den Laubegaster Elbwiesen mit Elbwasser und Holzasche. Heute erinnert noch die Straße Zur Bleiche daran. An der Uferstraße weisen manche Grundstücke starke Pfeiler an Haus- und Gartenmauern zum Schutz vor Eisgang auf

 

Neuberin-Denkmal

Am Ausgang der Fährstraße befindet sich ein Denkmal für die berühmte Schauspielerin Caroline Neuber, die nach einem an Erfolgen wie Enttäuschungen reichen Leben 1760 in Laubegast völlig verarmt und vereinsamt starb. Sie erneuerte zu Lessings Zeiten das deutsche Theater, indem sie dem Hanswurst ,,den Kampf ansagte", der bis dahin die Bühne beherrschte.

Auf dem Leubener Friedhof, wo sie begraben ist, wurde ihr 1852 von Mitgliedern des Königlichen Hoftheaters Dresden ein würdiges Grabmal errichtet.

Das Neuberin-Denkmal in Altlaubegast

Detailansicht

Laubegaster Werft

Eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Blasewitz gegründete Schiffswerft wurde 1898 nach Laubegast verlegt. Sie ist heute die größte im Bereich der Oberelbe. Hier wurden die meisten Personendampfer der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft gebaut, der Seitenraddampfer ,,Leipzig" 1929 als letzter für die oberelbische Personenschiffahrt. In den fünfziger Jahren lief das neuerbaute Küstenmotorschiff ,,Timmendorf" vom Stapel.

Heute gehört die Laubegaster Werft zur Deutsche Binnenwerften GmbH. Hier werden in großen Werkhallen und auf dem Freigelände Flußfahrzeuge aller Art repariert und modernisiert.

 

HOSTERWITZ

Das Dorf Hosterwitz wurde 1406 erstmalig urkundlich als Hostembricz genannt. Der Ort bildet an der Elbe eine Sackgasse. Um 1680 lagen hier durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges viele Güter wüst und verlassen. Das Anwesen auf der Laubegaster Str. 2 war seinerzeit das größte im Ort. Der italienische Hofbildhauer Lorenzo Mattielli übernahm dieses Gut 1745 und schuf in seiner Werkstatt die Heiligenstatuen für die Katholische Hofkirche, die man auf der Elbe zur Baustelle transnortierte. Bis heute hat sich der alte Dorfkern erhalten.

In der Dresdner Straße erinnert eine Carl-Maria-von-Weber-Gedächtnisstätte an die Sommeraufenthalte des großen Komponisten zwischen 1818 und 1824. Seit 1950 ist Hosterwitz Dresdner Stadtteil.

 

Gasthaus ,,Zur Schanze"

An der Landestelle der stillgelegten Laubegaster Fähre befindet sich auf der Hosterwitzer Seite ein ehemaliges Gasthaus. Hier wurde 1721 auf einer Schanze des Dreißigjährigen Krieges eine Schenke erbaut, die man später zum Gasthaus erweiterte. An der Gebäudewand befindet sich ein Sgrafitto mit Darstellung einer alten Pendelfähre. Werner Hoffmann schuf es 1950 mit Studenten der Hochschule für Bildende Künste.

 

Wasserwerk Hosterwitz

Dieses Wasserwerk wurde in den Jahren 1905-1908 nach Plänen von Stadtbaumeister Hans Erlwein als drittes im Dresdner Raum errichtet. Am Anfang gewann man Trinkwasser nur aus Uferfiltrat der Elbe, das durch eine Filterstufe aufbereitetet wurde. Die 1928-1932 veränderte Aufbereitungstechnologie führte zu einer großen Kapazitätserweiterung. Das Wasserwerk arbeitete jetzt nach dem Prinzip einer künstlichen Grundwasseranreicherung. Wasser wird der Elbe entnommen und versickert nach Vorreinigung in entsprechenden mit Sand und Kies gefüllten Becken in den Untergrund. Damit erhöht sich der Grundwasserspiegel. In über 100 Rohrbrunnen wird das Wasser dann wieder zutage gefördert. Aufbereitet gelangt es zum Hochbehälter Fischbaus.

Die Tagesleistung betrug anfangs 50.000 m3. Auf Grund des sprunghaft erhöhten Wasserbedarfs seit den siebziger Jahren wurde 1983 mit einer Erweiterung des Wasserwerkes begonnen, die zu einer Kapazitätserhöhung auf ca. 80.000 m3 pro Tag führte. Eine wirkungsvollere Aufbereitung wurde durch zunehmende Rohwasserbelastung und erhöhte Qualitätsansprüche notwendig.

Wasserwerk Hosterwitz

Keppschloß

Am Eingang des Keppgrundes, der den rechtselbischen Steilhang einkerbt, befindet sich das Keppschloß mit einem dazugehörigen Park. Ehemals dem Grafen Brühl gehörend, veränderten die nachfolgenden Besitzer sein Aussehen. So ließ um 1800 Graf Marcolini, Kabinettchef des Kurfürsten Friedrich August III., das damalige Herrenhaus zu einem Schloß umbauen. Sein heutiges, eigenwilliges Aussehen erhielt es Mitte des 19. Jahrhunderts durch einen Umbau im englischen Tudorstil.

 

Kirche ,,Maria am Wasser"

Nahe der Kirche befand sich früher eine Untiefe im Elbelauf die auch als Furt genutzt wurde, genannt die "Hosterwitzer Leichte". Damit die Transportschiffe diese Stelle passieren konnten. war es notwendig, die tiefliegenden Kähne um einen beachtlichen Teil ihrer Ladung zu erleichtern. War die seichte Stelle überwunden, wurde wieder aufgeladen. Damit alles gut gelang, beteten die Schiffer zur Mutter Gottes. Daher auch der Name ,,Maria am Wasser", der noch aus der Zeit vor der Reformation stammt.

Schon im 14. Jahrhundert soll es an dieser Stelle eine Andachtsstätte gegeben haben. Um 1500 wurde die einst hölzerne Kirche durch eine massive spätgotische Schifferkirche ersetzt. Die heute zu sehende äußere Gestaltung stammt aus dem Jahr 1704. Ihr entspricht auch die schlichte Innenarchitektur von 1774. Eigentlich soll für die Umgestaltung in dieser Zeit ein wesentlich größerer Turm geplant gewesen sein. Da aber der Räuber Lips Tullian die Barschaft aus der Kirche raubte, reichten die Finanzen nur für das sich gut in die Landschaft einfügende Zwiebeltürmchen. Zum Schutz vor Hochwasser wurde der umliegende Friedhof von einem Wall umgeben.

Die Kirche Maria am Wasser bei Pillnitz

KLEINZSCHACHWITZ

Urgeschichtliche Funde in diesem Gebiet weisen auf eine Besiedlung bereits in der Zeit von 900-700 v.u.Z. hin. Urkundlich nachgewiesen besaß 1310 Heydenricus Montanus das Dorf Schysewycz.

Ab Anfang des 15. Jahrhunderts blieb der Ort dann allerdings unbewohnt, bis sich hier 300 Jahre später Hand-arbeiter im Tännicht ansiedelten. Dieser, aus trockenem Kiefernwald bestehend, bedeckte auch noch Mitte des 19. Jahrhunderts den größten Teil dieser Gegend. Nur an der Lockwitzbachmündung war Auwald anzutreffen.

Der Ort erhielt erst 1736 seinen jetzigen Namen. Die Einrichtung einer Dampfschiffhaltestelle 1886 förderte die Weiterentwicklung zum Ausflugsort für die Dresdner. Auf den Waldparzellen entstanden Villen und einfache Landhäuser. 1921 wurde der Ort zu Dresden eingemeindet.

 

Burg am Kleinzschachwitzer Ufer

August der Starke ließ diese Burg mit den Zinnentürmen für seine Flotte bauen. Von hier sollte das Pillnitzer Schloß vor Angriffen geschützt werden. Heute haben in diesem Gebäude die Dresdner Fährleute ihr Domizil.

Burg am Kleinzschachwitzer Ufer

Elbfähren

Bereits im 13. Jahrhundert gab es Fährverbindungen über die Elbe. Die Fährgerechtigkeit dazu wurde nur vom König vergeben. Fähren dienten zunächst ausschließlich dem Personentransport. Später, etwa ab 1800, wurden auch Fuhrwerke übergesetzt. Seit 1727 gibt es die Fähre zwischen Pillnitz und Kleinzschachwitz. Ab 1765 wurde sie von den Angehörigen des Königlichen Hofes, die Schloß Pillnitz aufsuchten, benutzt.

,,Fliegende Fähre" nannte man die hiesige Gierseilfähre, die Pferdefuhrwerke mit Bespannung übersetzte. Sie war dabei an einer in der Strommitte liegenden langen Kette verankert. Als Antrieb nutzte man die Strömung. Die Kette störte jedoch bald die sich entwickelnde Kettenschiffahrt und man löste die Querseile durch Längsseile ab. 1911 übernahm die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft den Fährbetrieb. Auch die Fähren profitierten von der technischen Entwicklung, so waren Raddampffähren die ersten mit Dampfkraft angetriebenen. 1930 lief die erste moderne Schraubendampffähre des oberelbischen Raumes in der Laubegaster Werft vom Stapel. Bis dahin waren Gierseil- und Raddampffähren üblich. Nachfolgend wurden auch Dieselfähren gebaut.

Von 30 Elbfähren zwischen Schmilka und Wittenberg verkehren heute 14 mit Gierseil. Eine davon ist die Pillnitzer Wagen- oder Pontonfähre. Sie läuft an einem über den Fluß gespannten Seil, das am unteren Ende der Elbinsel verankert ist und von Bojen in der Schwebe gehalten wird. Zwei Steuerseile führen zu den an den Enden des Pontons befindlichen Winden. Durch Lockern oder Straffen der Seile stellt sich der Ponton schräg zur Elbströmung. Allein durch die Ausnutzung der Strömung gelangt die Fähre von einem Ufer zum anderen, was in energetischer und ökologischer Hinsicht sehr vorteilhaft ist.

Im Dresdner Stadtgebiet verkehren derzeit noch fünf Fähren, die es genau wie die anderen zu erhalten gilt, prägen sie doch durch ihre verbindende Funktion ebenfalls das Leben am Strom.

 

Quelle: Barbara Braun, Annette Schmieder, Waltraut Franke: "Unterwegs am Elbufer" Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe mbH 1993

Ergänzt am 27.05.2007