Kleiner Ortsführer von Horst Milde

Mit offenen Augen über den Weißen Hirsch

Geschrieben 1990

Kurort Bad Weißer Hirsch

Kurort Bad Weißer Hirsch

Zur Geschichte

Der Ursprung kann in das Jahr 1664 mit dem Bau eines Gasthauses, genannt ,,Zum weißen Hirsch" gesetzt werden und zwar dort, wo die Straße aus Dresden bzw. Loschwitz die Höhe des Berges erreicht. Dieses Gasthaus veränderte mindestens viermal seinen Standort. Das Parkhotel ist der direkte Nachfolger.

Erst 1756 wurden einige Häuser zur Aufnahme von Arbeitskräften für einen eben errichteten Gutshof (siehe Bild) gebaut. Dies ist der Anfang der späteren Gemeinde. Schon nach 30 Jahren beschreibt ein Reiseliterat den Ort als ,,lieblich".

Die reizvolle Lage auf der Granitbruchstufe rechts der Elbe mit einem großen anschließenden Waldgebiet zog schon 1830 Sommerfrischler an. Ab 1856 bebaute man die Waldseite der jetzigen Bautzner Landstraße erstmalig. Durch das Engagement des Dr. Heinrich Lahmann, der das Lehnertsche Sanatorium 1888 kaufte, begann der steile Aufstieg des Ortes zum Kurbad. Behandelt wurde nach einem diätetisch-physikalischen Verfahren, welches dem von Dr. Kneipp ähnlich war.

1921 wurde die Gemeinde Weißer Hirsch nach Dresden eingemeindet. Zehn Jahre darauf erhielt der Ortsname den Zusatz ,,Bad". Das Postamt führt bis heute diese nicht rückgängig gemachte Bezeichnung.

Alle Bauten spiegeln die finanziellen Möglichkeiten der Bauherren wider. In der höchsten Blütezeit des Ortes ist auch künstlerisch Hervorragendes geleistet worden. Man bekommt es oft erst in den Treppenhäusern zu sehen. Auch erhielten die Häuser Namen, die genauso wie mancher Wahlspruch noch an den Villen zu lesen sind. Zitiert sei als Beispiel der Spruch am Haus Bautzner Landstraße 8:

Erst besinn's, dann beginn´s!

Das älteste erhaltene Gebäude stammt von 1756, es war das Gutshaus. Nach 1872 ist es an beiden Seiten um vier Achsen im bisherigen Stil verlängert und zum Kurhaus umfunktioniert worden (Bautzner Landstraße 6). Ein liegender weißer Hirsch ziert den von zwei Säulen flankierten damaligen Haupteingang.

Bautzner Landstraße 6, ehemals Gutshaus von 1756

Bautzner Landstraße 6, ehemals Gutshaus von 1756

Alle anderen Gebäude sind 1813 während der Augustkämpfe um Dresden zerstört worden. Einfache Häusler-Anwesen sind wohl gleich danach entstanden und finden sich nur noch, modernisiert zwar, Lahmannring Ecke Luboldtstraße. Rege Bautätigkeit entfaltete sich für die Sommerfrischler um 1830. Die Hauser erhielten zwecks Raumeinsparung Außentreppen. Noch erhalten ist eine solche am Vorderhaus von Bautzner Landstraße 12.

Um 1860 löste man sich vom Fachwerk und baute schon bis zu drei Etagen. Das ist erkennbar am Haus Bautzner Landstraße 16 und an den Häusern in den "Dellen". Diese Anlage entstand in Reihenbau und mit Hintergebäuden. Weitere Häuserreihen verbot der Gemeinderat. Nur die Bautzner Landstraße sollte die Ausnahme bleiben.

Der Zuzug von Handwerkern für den Sanatoriumsbau und -betrieb und die Einrichtung von dienstleistenden Geschäften brachte um 1880 die nächste Neubauwelle. Es entstanden 1877 die Schule in der Luboldtstraße und. Wohnhäuser in allen zentral gelegenen Straßen.

Schon um 1890, gleichzeitig zur ersten ,,Lahmann-Konjunktur", baute man Häuser schon bis zu vier Etagen, viele davon in dem sogenannten Schweizerstil. Unsere Kirche entstand in der Art norwegischer Stabkirchen, deren es auch eine in Hahnenklee (Harz) und eine weitere im polnischen Riesengebirge, früher Brückenberg-Wang, gibt. Schon 1895 entstanden kostbare Villen wie etwa der Heinrichshof in der Stechgrundstraße. Auch kamen Klinkerbauten in Mode, wie wir sie an der Wolfshügel-/Küntzelmannstraße oder Plattleite 66 antreffen. Und überall Türmchen, Fachwerk in den oberen Geschossen, Voluten an den Giebeln und ähnlichen Zieraten.

Die Jugendstil-Villa "Elbblick" Wolfshügelstraße 2

Die Jugendstil-Villa "Elbblick" Wolfshügelstraße 2

Nach weiteren fünf Jahren folgte der verspielte, entzückend anmutende Jugendstil. Die Villen Elbblick und Regia, Wolfshügel-/Ecke Hermann-Prell-Straße, sind Musterbeispiele dafür.

Die Jugendstil-Villa "Regia" Wolfshügelstraße 4

Die Jugendstil-Villa "Regia" Wolfshügelstraße 4

Schon vor 1910 hält die Neue Sachlichkeit mit ihrem hervorragenden Architekten Max Herfurt Einzug. Wer auf sich hielt und das Geld dazu hatte, ließ seine oft erst 20 Jahre alte ,,Bude" abreißen und von Herfurt etwas neues errichten. Die Collenbuschstraße, Plattleite, Bautzner Landstraße, Hainweg, Am Hochwald und Degelestraße weisen durch sein Herkunftszeichen auf die goldenen Jahre des Weißen Hirsches.

Zwischen beiden Weltkriegen sind wenig Neubauten ausgeführt worden.

Wir finden den sogenannten Nazistil in seiner bekannten Armut am Friedensblick, am Lahmannring in der Küntzelmannstraße und vereinzelt noch anderswo.

Ja, und die Jahre nach 1945? Eine Hand reicht um abzuzählen, was geschaffen wurde: Siedlung Heinrich-Cotta-Straße, Krankenhaus, Schule, Kurparkstraße und einige stumme Zweckbauten des Institutes Manfred von Ardenne. Damit ist erwiesen, daß die heute vorhandene Bausubstanz im wesentlichen 75 Jahre und älter ist.

 

Rundgang

große Karte (124 kb) kleine Karte (37 kb)

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kleine Karte (37 kb)

Was aus den Epochen dieser kurzen Geschichte noch übriggeblieben ist, kann jeder Wissensbeflissene bei einem zweistündigen Rundgang bequem anhand dieser Anleitung finden.

Klinkerbau Plattleite 66 mit Anbau Bautzner Straße 4

Klinkerbau Plattleite 66 mit Anbau Bautzner Straße 4

Unser Bummel beginnt an der Straßenbahnhaltestelle Plattleite. Hier empfängt uns ein Klinkerbau, gegenüber das Parkhotel (1914), etwas zurück das ehemalige Sanatorium und ein Zweckbau von etwa 1910, in dem noch eine HG-Verkaufsstelle ,,die Bevölkerung versorgt". Bis zur Collenbuschstraße ist es nur ein paar Schritte stadtwärts. Wir schauen noch auf den Eingang und die Arkaden längs der Straße und erkennen darin erstmals die Handschrift Max Herfurts. Sie Sanatoriumsgebäude stammen von anderen Architekten, Theodor Lehnert war der erste von ihnen.

Park-Hotel "Weißer Hirsch" kurz nach der Eröffnung 1915

Park-Hotel "Weißer Hirsch" kurz nach der Eröffnung 1915

Ehemaliges Sanatorium, Verwaltungsgebäude

Ehemaliges Sanatorium, Verwaltungsgebäude

Geht man die Collenbuschstraße entlang - viele Baustile erkennbar -so erblickt man nach dem Überqueren der Wolfshügelstraße ein Grundstück, in dessen Garten gußeiserne Pagoden unter exotischen Bäumen stehen. Haus und Garten ließ der Hofmusikalienhändler Meinhold anlegen, der aus Ostasien neben dem Lack für den Instrumentenhau auch diese Gegenstände und Pflanzen mitbrachte.

Wir gehen weiter auf einen Obelisk zu. Er ist ein Teil einen Anlage, die als Notstandsarbeit 1931 von dem damaligen Reichswehrminister (und Kurgast) von Blomberg finanziert wurde. Bis 1945 hieß dieser Minipark dann ,,Blombergblick". Ein Säulenkranz, zu dessen Üherdachung es aber nie kam, ist noch an den Verankerungen auf den Mauerreste,, erkennbar. Auch eine Sonnenuhr stand früher dort. Der Obelisk selbst Stammt aus Wachwitz, wo ihn der Bildhauer Joseph Herrmann aufstellen ließ. Er sollte allen Elbeschiffern als. Erinnerung an den 1854 tödlich verunglückten sächsischen König Friedrich August II. wachhalten. An seinem ursprünglichen Aufstellungsort war er zugewachsen, so daß ihm die neue Stelle zu neuer Zierde verhalf. Seit 1945 heißt dieser Ort ,,Friedensblick".

Friedensblick um 1935

Friedensblick um 1935

Man schaut von hier auf Dresden. Unterhalb steht, zu Loschwitz gehörend, die Villa Thorwald, links sehen wir ein Gebäude des Institutes Manfred von Ardenne. Bänke laden zum Verweilen ein, steingarten-ähnliche Bepflanzung wird von Idealisten gepflegt. Das nächste Haus am Hang beherbergt eine Martin-Andersen-Nexö-Gedenkstätte, in dem der kommunistische Schriftsteller seine letzten Lebensjahre verbrachte.

Der Anfang der Küntzelmannstraße ist erreicht und es geht bergan bis zur Wolfshügelstraße. Da, genau gegenüber, steht das ehemalige Sanatorium Dr. Steinkühler im Schweizerstil. Wenden wir uns nach links, so erblicken wir die erwähnten Jugendstilhäuser, bei denen bereits die eisernen Zäune beachtenswert sind.

Jugendstilgebäude Küntzelmannstraße 2

Jugendstilgebäude Küntzelmannstraße 2

Genau hinter der Villa Regia führte vor 300 und mehr Jahren die Serpentine als Stolpische Straße hinab bis zur Mordgrundbrücke. Und ganz in der Nähe muß der erste Gasthof ,,Zum Weißen Hirsch" gestanden haben. Er war von 1710 bis 1713 Pest-Quarantäne und wurde. danach seinen schlechten Ruf nicht wieder los. Erst die Entwicklung des Ortes weiter straßaufwärts bekam ihm gut.

Herrschaftliche Villen in der Hermann-Prell-Straße

Herrschaftliche Villen in der Hermann-Prell-Straße

Am Lahmannring stoßen wir auf ein oberbayrisch wirkendes Haus mit Nebengebäude. Das hatte sich ein Industriellen namens Eschebach als Sommersitz bauen' lassen. Die Villa Pfalzburg, etwa 200 m weiter, war ein ähnlicher Bau, der jedoch noch vor 1910 abgerissen wurde und dem Neubau des Hauses Urvasi Platz machte. Dieser Bau ist das einzige Bettenhaus des Sanatoriums. Sonst wohnten die Patienten in sanatoriumseigenen Villen.

Das Bettenhaus des Sanatoriums, Haus Urvasi um 1920

Das Bettenhaus des Sanatoriums, Haus Urvasi um 1920

Beim Weitergehen schauen wir über einen Volleyballplatz noch einmal auf den Sanatoriumskomplex hinüber. Jetzt, dem Haus "Zum alten Hirsch" gegenüberstehend, kreuzen wir die Collenbuschstraße. Genau dort stand der zweite Gasthof. Dazwischen, natürlich zeitlich überspielt, jetzt der Parkplatz, auf dem bis Mitte der 60er Jahre noch die verfallenen Häuser des Alten Hirsches ein Dornröschendasein fristeten.

Der Lahmannring ist hier ein Durchbruch. Bis zur Collenbuschstraße hieß er früher Ringstraße, und ab Plattleite war er die Rochwitzer Straße.

Eine Lahmannvilla in der Küntzelmannstraße

Eine Lahmannvilla in der Küntzelmannstraße

Der Verbau der alten Stolpischen Straße war die Folge der Anlage einer Chaussee zwischen Dresden und der Lausitz, die von Napoleon befohlen worden war. Jetzt ist es die Bautzner Landstraße und ein Teil der Fernverkehrsstraße 6 Bremen-Breslau.

Nach Kreuzen der Plattleite, dort eine Buchhandlung, finden wir linkerhand das ehemalige privat betriebene Kurhaus, jetzt Kino und dann, in einem kaum noch erkennbaren Garten, das ehemalige Kurbad für Patienten außerhalb des Sanatoriums. Jetzt dient es Einrichtungen der Poliklinik. Am Ende dieses Grundstückes befindet sich auch das frühere Gutshaus. Was jetzt die Rückseite ist, war ehemals die Frontseite, als die Straße noch hier entlang führte. Schauen wir in Richtung unseres Rundganges, dann sehen wir die folgende Häuserfront ab Ecke Luboldtstraße auch in derselben Richtung weiterführen.

Die letzten Häuser vom alten Hirsch vor dem Abbruch

Die letzten Häuser vom alten Hirsch vor dem Abbruch

Auf dem ,,Gutshaus" befindet sich eine Wetterfahne mit einem goldenen Hirsch. Früher bekrönte er ein Türmchen auf der Dachmitte. Ursprünglich hatte man von dort eine schöne Aussicht auf Dresden. Vom 23. zum 24. April 1813 übernachtete hier der preußische König Friedrich Wilhelm II., um mit dem russischen Zaren Alexander 1., der in Radeberg gewohnt hatte, in Dresden einzuziehen.

Lese- und Trinkkurhalle im Rathausgarten, um 1925

Lese- und Trinkkurhalle im Rathausgarten, um 1925

Vor dem Haus Bautzner Landstraße 10 begrüßt uns eine stattliche Kiefer. Unter ihr steht ein Gedenkstein mit Bronzerelief für den bedeutendsten Förderer des Ortes, Ludwig Küntzelmann.

An einer Ampelanlage gelangen wir auf die andere Straßenseite zu bemerkenswerten Gebäuden. Links das Haus des langjährigen Gemeindevorstehers und Baumeisters Schäffer, rechts das frühere Gemeindeamt, jetzt u.a. die Sparkasse beherbergend. Die Grünanlage hieß früher Rathausgarten und schloß mit der Lesehalle der Kurverwaltung ab. Dieses Gebäude in chinesischem Stil war ein Teil eines Objektes der Bauausstellung 1900 in Dresden. In der warmen Jahreszeit ist im Vorgarten ein Imbiß eingerichtet.

Rechts an dem Gebäude vorbei gelangt man. in den früheren Kurpark und erreicht halbrechts gleich den Tennisplatz mit einer kleinen Gaststätte. Zwischen Eichenstämmen schimmern Häuser durch. Links ist wohl das schönste vorn Weißen Hirsch. An einem 3/4-Rundturm befindet sich ein Sandsteinrelief mit der Darstellung einer Sauhatz. Über einem Erker dienen eine große Eidechse und ein Seepferdchen aus Kupfer als Regenwasser-Speier. Diese Villa ließ sich der Tabakgroßhändler Zietz bauen, dem wir auch den Bau der moscheeartigen Zigerettenfabrik an der Marienbrücke zu danken haben. Heute befindet sich in dem Haus ein Kindergarten.

Am Ende der gekrümmten Straße Am Hochwald steht rechts die katholische Kirche St. Hubertus und links die neue Schule im Einheits-Plattenstil. Ein paar Schritte weiter ist der Friedhof erreicht. Er ist sehr gut gepflegt, und von einem Rundgang wird man eine bleibende Erinnerung mitnehmen.

Die Straße Am Heiderand bringt uns wieder an die Hauptstraße. Rechts steht die alte Försterei, vor uns, auf der anderen Straßenseite, die frühere Großgaststätte ,,Weißer Adler", derzeit noch als Produktionsstätte eines Textilbetriebes genutzt.

Groß-Gasthof "Zum Weißen Adler" um 1910

Groß-Gasthof "Zum Weißen Adler" um 1910

Wir gehen geradeaus über die Straße und sehen links in der Chopinstraße ein großes Gebäude, das gegenwärtig als Jugend- und Lehrlingswohnheim dient. Früher war es Dr. Teuschers Sanatorium. Weiter auf der Straße Am Weißen Adler biegen wir nach rechts in die Alexanderstraße ein. Nach einer kleinen Steigung sehen wir vor uns die Flügel eines Gartentores. Dort schauen wir hinein und sehen rechts eine schloßähnliche Villa. In ihr befindet sich die Fostschule. Der Eingang ist in der Degelestraße, und wenn wir den gefunden und bewundert haben, dann drehen wir uns um. Wir sehen den Gedenkstein mit Bronzerelief für den Dresdner Sänger Eugen Degele. Er hat dem jeweils auf dem Weißen Hirsch amtierenden Pfarrer das Haus und Grundstück testamentarisch vermacht.

Die frühere Ortsgrenze zu Loschwitz, um 1925

Die frühere Ortsgrenze zu Loschwitz, um 1925

Am Ende der Degelestraße liegt versteckt noch eine riesige Villa. Sie hat ein Studentenwohnheim aufgenommen. Im Weitergang ist die nächste Villa, das Haus Schellenberg, nicht zu übersehen. Es ist vorn verstorbenen, aber vielen noch in guter Erinnerung weiterlebenden Kammersänger Arno Schellenberg bewohnt gewesen..

Die Bautzner Landstraße abwärts gehend, finden wir zwei Häuschen aus der Zeit um 1840. Sie sind jedoch mehrfach um- und angebaut worden, so daß man sich den Kern nur denken kann. Die nächste Straßenecke beschert uns ein Jugendstilhaus mit einem zwiebelartigen, fast barocken Dachaufbau. Ein weiteres Haus empfängt seine Besucher mit einer Säulenpredella. Oben am Giebel grüßt das Wappen von Loschwitz und kündet, daß hier einst die Ortsgrenze war.

Ein letzter Blick in die Bautzner Landstraße, wo sich rechterhand das Postamt befindet, dann geht es in den Rißweg bis zur Gaststätte ,,Erholung". Die Oskar-Pletsch-Straße führt abwärts bis An der Berglehne, der wir nach rechts folgen. Am Ende ist ein hübscher Blick ins Osterzgebirge, doch ohne zu verweilen geht das Treppensteigen auf der Jahn-Stiege zu Tal. An der Gabelung des Rißweges mit der Zwanzigerstraße und dem Johannisweg steigen wir diesen nun bergan.

Gaststätte "Luisenhof" mit Standseilbahn, um 1935

Gaststätte "Luisenhof" mit Standseilbahn, um 1935

Mit dem Erreichen der Höhe stehen wir vor der Bergstation der Standseilbahn (1895). Gegenüber der Balkon Dresdens, der Luisenhof. Von seiner Terrasse bietet sich der schönste Blick in das Elbtal. Das Panorama beginnt elbaufwärts mit der Sachsisch-Böhmischen Schweiz (Hoher Schneeberg), geht weiter über das Osterzgebirge bis zu den Lößnitzhöhen in Radebeul. Eine bemerkenswerte Villa vom Ende 19. Jahrhunderts heißt ,,San Remo".

Die Bergbahnstraße, die wir nun gehen, endet vor einem Gebäude des Institutes Manfred von Ardenne. Damit befinden wir uns auf der Plattleite, die links bergab mit Stufen nach Loschwitz führt. Wir wenden uns jedoch nach rechts, kommen an einem kleinen Observatorium vorbei und kreuzen die Wolfshügelstraße. Auf der linken Straßenseite kommt nach einem bayrisch anmutenden Haus ein kleiner Garten. In ihm stehen zwei eiserne Gerüste. Eines hat die Umrisse eines Mädchens, das andere die eines salutierenden Soldaten. Früher zog ein Gärtner an und um das Gestänge Birnbäumchen und nannte das dann ,,Formobst"!

Gleich nach dem Garten kreuzt die Stangestraße unseren Weg. Rechts sehen wir das zierliche evangelische Kirchlein, von dem anfangs schon die Rede war.

Das frühere Gemeideamt, jetzt Sparkasse

Das frühere Gemeideamt, jetzt Sparkasse

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt unseres Rundganges. Älteren oder gebrechlichen Personen sowie Muttis mit Kleinkindern empfiehlt sich, schon an der Gaststätte ,,Erholung" in die Stangestraße einzubiegen. Luisenhof und Standseilbahn sind auch ohne Treppensteigen zu erreichen.

Zuletzt noch einen Hinweis auf einige Einkehrmöglichkeiten:

Parkhotel, Bautzner Landstraße, keine Ruhetage, geöffnet von 6 bis 10 und 11 bis 24 Uhr, Speisen z.Z. nur bis 20 Uhr, Bar,Disko

Luisenhof, Bergbahnstraße, keine Ruhetage, geöffnet von 10 bis 23 bzw. 24 Uhr am Wochenende

Erholung, Rißweg, Ruhetage Dienstag und Mittwoch, geöffnet von 18 bis 23 Uhr, Speiselokal

Tennisplatz, Kurparkstraße, Ruhetage Montag und Dienstag, geöffnet von 15 bis 21 Uhr, Abendessen 17 bis 20 Uhr

Cafe Binneberg, Bautzner Landstraße 32, Ruhetage Sonnabend und Sonntag, geöffnet von 8.30 bis 13 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr

Sachsen-Cafe Weißer Hirsch, Plattleite geöffnet Dienstag bis Sonnabend von 15 bis 22 Uhr

Imbiß an der Lesehalle und am Konzertplatz Mai bis Oktober